Defi-Aktion

Übergabe 10. Defibrillator in der Stiftskirche Mosbach

Foto: v.l.n.r. Pfr. Victor vom Hoff, Christina Engelfried, Gerhard Nelius, Stiftsgemeinde Mosbach mit Bergfeld und Waldstadt, Herbert Hinterschitt, Vorstand Förderverein LC Mosbach. | Foto: G. Cherdron

Lions-Club Mosbach übergibt den 10. Defi - 20. Juli 2015

(gch) „Ein Automatisierter Externer Defibrillator (AED, ugs. Defi) ist ein medizinisches Gerät zur Behandlung von defibrillierbaren Herzrhythmusstörungen durch Abgabe von Stromstößen. Im Gegensatz zu Defibrillatoren aus dem Rettungsdienst oder Kliniken sind AEDs wegen ihrer Bau- und Funktionsweise besonders für Laienhelfer geeignet.“ So erklärt Wikipedia das Gerät, das bei Herzattacken lebensrettend sein kann.

Seit längerer Zeit werden im Landkreis – auch nach dem Anstoß durch Dr. Brötel – an kritischen Punkten solche Geräte installiert. Der Lions-Club Mosbach hat nun das 10. Gerät aus seiner Aktivität für die Stiftskirche Mosbach bereitgestellt.

Herbert Hinterschitt, Vorstand des Lions-Fördervereins, übergab das Gerät an Pfr. Vom Hoff, Christa Engelfried und Gerhard Nelius. Damit die Nutzung recht breit angelegt sein kann, wird auch dieses Gerät ein „Wander-Defi“ sein: Bei entsprechenden Veranstaltung wird es ausgeliehen, sofern nicht gerade in der Stiftskirche eine große Veranstaltung stattfindet.

Dr. Rüdiger Spier vom LC Mosbach überreichte dazu noch 5 Gutscheine des DRK für Schulungen. „Ein Gerät allein ersetzt nicht die fachgerechte Anwendung und schnelle Erste Hilfe“, so Dr. Spier.

Es bleibt zu hoffen, dass diese Vorsorge nie gebraucht wird; aber gute Vorsorge ist besser als eine unangenehme Überraschung.

Es folgte noch die Einweisung durch Hans-Adam Wellenreuther von Rescuewell, dem Hersteller des Gerätes. Es sind Überwachungen zu beachten und es muss auch über alles Buch geführt werden – wie immer in einer geregelten Bürokratie.

Und das berichtet die RNZ 2017 - so schnell kann es akut werden

Es gibt heute "Lesemaschinen", die gedruckten Text wieder in Dateien zurück verwandeln. Dann können die Schriften, die Anordnung usw. geändert werden - für eine bessere Lesbakeit

 

Beherzte Ersthelfer retteten das Leben

Erfolgreiche Wiederbelebung — Ingrid Häfner überlebte Kreislaufstillstand in Konzert in der Stiftskirche

Das Salonorchester Buchen bei seinem Auftritt in der Stiftskirche - kurz danach brach Ing­rid Häfner (4 v. r.) mit einem Kreislaufstillstand zusammen. Foto: Martin Sommer

Mosbach. (lra) Dank des beherzten Ein­greifens zahlreicher Ersthelfer und der unmittelbaren Verfügbarkeit eines De­fibrillators konnte Ingrid Häfner am Abend des 21. Juli erfolgreich wieder­belebt werden. Der Defibrillator in der Mosbacher Stiftskirche ist einer von ins­gesamt 175 Geräten im Landkreis und zeigt einmal mehr die Notwendigkeit einer flächendeckenden Versorgung mit diesen lebensrettenden Helfern.

Es sollte der schwungvolle Auftakt für den „Aktivmarkt Ü50" am Folgetag wer­den. „Später Sommer - buntes Leben", so hatte der Organisator Pfarrer Martin Sommer die Veranstaltung in der Mos­bacher Stiftskirche tituliert. Für den mu­sikalischen Rahmen sorgte das Salonor­chester aus dem Raum Buchen. Gerade wurde das dritte Stück gespielt; doch plötzlich kam nicht nur die Veranstal­tung ins Stocken, denn die 82-jährige Pianistin des Orchesters, Ingrid Häfner, kippte plötzlich zur Seite und reagierte nicht mehr. Umso schneller reagierten aber ihre Mit-Musiker: Dr. Christian Nafz aus Osterburken kümmerte sich sofort um Ingrid Häfner. „Zunächst hat sie noch ge­atmet, aber dann setzte die Atmung aus, und ich habe sofort mit Wiederbele­bungs­maßnahmen begonnen."

Sofort wurde ein Notruf über die 112 abgesetzt. Umgehend wurden die Besat­zungen des am Mosbacher Standort der Neckar-Odenwald-Kliniken stationier­ten Notarzteinsatzfahrzeuges und eines Rettungswagens des DRK Mosbach alar­miert. Währenddessen setzten die Orchester­kollegen Norbert Hummel aus Buchen und Dr. Nafz die Wiederbele­bungsmaßnahmen fort. „Irgendwer brachte plötzlich einen AED", erinnert er sich. Ihm war gar nicht bewusst, dass in der Stiftskirche einer dieser Laien-De­fibrillatoren stationiert ist; wie viele der Defis im Kreis aufgrund einer Spende, in diesem Fall vom Lions-Club Mosbach. Das Gerät wurde angeschlossen und be­gleitete die Maßnahmen der Ersthelfer.

Nur vier Minuten nach dem Notruf er­reichten die Einsatzkräfte des Rettungs­dienstes die Mosbacher Stiftskirche.

Notarzt Andreas Harsch und sein Team stimmten sich mit den Ersthelfern ab und setzten die Wiederbelebungsmaßnahmen fort. Mit Erfolg. Kurz nach der Defi­brillation begann Ingrid Häfner sich zu regen.

Nachdem der Verdacht auf einen aku­ten Herzinfarkt bestand, wurde die Pa­tientin wegen ihrer bereits bekannten Herzkrankheit unverzüglich ins Kran­kenhaus Am Plattenwald transportiert. Dort wurde Ingrid Häfner ein Defibril­lator, ein sogenannter ICD, eingesetzt. Bereits eine Woche nach dem Ereignis konnte sie wieder nach Hause nach Hain­stadt, jetzt aber „mit Defi an Bord", schmunzelt sie.

Ihr ist es sehr wichtig, allen zu dan­ken, die an irgendeiner Stelle dazu bei­getragen haben, dass sie „trotz eines kur­zen Aussetzers jetzt wieder ganz die Al­te" ist. Gleichzeitig möchte sie Menschen Mut machen, in einer solchen Situation zu helfen, damit auch andere weiterle­ben können, wenn sie plötzlich einen Herzstillstand erleiden.

Dr. Nafz erklärte später, dass er ganz normale Maßnahmen der Ersten Hilfe er­griffen habe, wie sie jeder durchführen könne. „Entscheidend ist in einer sol­chen Situation, dass man sich ein Herz fasst und handelt", appelliert auch Dr. Harald Genzwürker, der sich seit Jahren im Rahmen der Kommunalen Gesund­heitskonferenz im ganzen Landkreis ak­tiv um die Einführung von Laien-Defi­brillatoren kümmert und bei zahlreichen Veranstaltungen immer wieder betont: „Der einzige Fehler, den man machen kann, ist nichts zu tun!"

RNZ - Montag, 14.8.2017